www.pr-indianer.de

Dez 02 2010

Liebe Kleinkinder, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene…

 

… wir wollten uns gerne mal an Euch wenden, denn wir von den PR>Indianern sehen Eure freie Entwicklung in ernster Gefahr. Nicht, dass Ihr wirklich zur Leserschaft dieses Blogs gehören würdet, aber wir wollen sicher sein, auch diejenigen Zielgruppen zu erreichen, die einmal zu unseren Kunden gehören könnten. Daher nehmt Euch ein wenig die Zeit und genießt die folgenden Zeilen in vollen Zügen, denn wer weiß, ob Ihr jemals wieder frei entscheiden könnt, was Ihr lesen dürft oder auch nicht.

An dieser Stelle müssen wir leider eine kleine Einschränkung machen: Betroffen von diesen Zeilen liebe Kids, sind lediglich diejenigen unter Euch, welche Inhalte im Internet besuchen, die ausschließlich deutscher Herkunft sind und auf Servern liegen, welche sich im Lande befinden. Alle weiteren Angebote könnt Ihr weiterhin ganz frei besuchen. Solltet Ihr unterwegs dennoch auf ein virtuelles Stoppschild stoßen, so wisst Ihr ja bestens was zu tun ist, denn Eure Kenntnisse im Umgang mit dem Internet sind eh besser als die der meisten Erwachsenen.

Ich will Euch ja nicht beängstigen, nur meine Aussage, dass Ihr zu denjenigen gehört, die um die Möglichkeiten des Webs wisst, scheint von anderen nicht wirklich ernst genommen zu werden. Die anderen sind in diesem Fall unsere Politiker. Das sind Menschen, die nach Definition vom Volk frei und in geheimer Wahl bestimmt werden und entsprechend der Mehrheiten die Geschicke einer Nation – wohlgemerkt im Interesse des Volkes, wozu auch Ihr liebe Kinder und Jugendliche gehört – lenken. Solltet Ihr zum gegenwärtigen Zeitpunkt des Gesprächsgegenstandes noch nicht wahlberechtigt gewesen sein, dann wendet Euch bitte vertrauensvoll an Eure Erziehungsberechtigten.

Eine Aufgabe von manchen Politikern ist es, Euch vor den Gefahren der großen weiten Welt zu bewahren. Und dazu gehört eben auch das Internet, denn es ist ja in unserer realen Welt schon fast überall dabei. Einige der Damen und Herren aus der Politik nehmen ihre Aufgabe sehr ernst und haben daher schon im Jahr 2003 den Jugendmedienstaatsvertrag geschaffen. Dieser enthält Regeln für Anbieter von Medien – so wie wir es z. B. hier mit diesem Blog machen – um Euch liebe Kinder von entwicklungsbeeinträchtigenden Inhalten fern zu halten. Und obgleich wir in Deutschland zu den Ländern aller Demokratien gehören, welche am ehesten auf Euren Schutz bedacht sind, haben die eifrigen Damen und Herren jetzt noch mal an der Gesetzesschraube gedreht (oder besser: sie sind noch dabei).

Um Euch – rein informell – auf den Stand der Dinge zu bringen und Euch zu zeigen, wie Ihr Euch zukünftig gegen Webseitenbetreiber wehren könnt, deren Angebote Ihr zwar gerne besucht, Ihnen aber dennoch schon immer mal gegen das Schienbein treten wolltet, geben wir Euch hier mal ein paar der tollen Hinweise.

  • Jeder der Inhalte in Internet stellt, muss diese einer Alterseinstufung unterziehen (ab 0 Jahren, ab 6 Jahren, ab 12 Jahren, ab 16 Jahren, ab 18 Jahren). Bei dieser Einstufung ist zu prüfen, ob es sich dabei um Inhalte handelt die Euch in Eurer Entwicklung beeinträchtigen. Anschließend müssen die Beiträge gekennzeichnet werden, also so wie bei einem Videospiel, was Ihr zwar noch nicht haben dürft aber doch schon mal irgendwo bei einem Freund gespielt habt. Der Haken an der Sache ist, dass sich die Experten (und die eifrigen Politiker) noch darüber unterhalten müssen, wie das Ganze vonstattengehen soll. Da wäre noch etwas: Solltet Ihr auch Inhalte im Netz veröffentlichen, dann… na, Ihr wisst schon…
  • Wenn Ihr im Internet Angebote findet, die erst für die etwas Reiferen unter Euch – sagen wir mal ab 12 Jahren – geeignet scheinen, dann wird es jetzt so richtig spannend: Der Betreiber muss Euch entweder durch eine Altersverifikation davon abhalten in die Tiefen der Webseite einzudringen oder er schaltet sein Angebot zu bestimmten Uhrzeiten einfach ab. Es tut uns wirklich leid, aber da müsst Ihr Euch auf andere Server begeben. Naja, Auswahl besteht ja zu genüge…
  • Nehmen wir mal an, Ihr besucht eine Webseite von einem Rechner in Eurer Schule. Surfen während des Unterrichts ist zwar total uncool aber es kann ja mal vorkommen. Und nehmen wir weiter an, dass Ihr auf eine Webseite kommt, die zwar Eure Entwicklung gefährden könnte aber der Inhaltefilter auf dem Schulrechner hat das nicht registriert, weil die Seite nicht entsprechend gekennzeichnet bzw. mit einem entsprechenden Code versehen ist. Dann einfach die URL auf Euer Smartphone gejagt und dann könnt Ihr s. oben…
  • Toll ist auch folgendes: Ihr seht eine Webseite, in der Inhalte anderer Angebote eingefügt werden. Sagen wir mal von Twitter (wie hier: rechts oben) oder man kann einen Kommentar hinterlassen (ja, auch wie hier unter jedem Artikel) oder, oder, oder … Und das, was man dann zu lesen bekommt ist – ihr könnt es Euch schon denken – möglicherweise jugendgefährdend, dann wisst Ihr ja nun bestens, was Ihr zu tun habt.

Damit jedoch nicht genug. Ihr dürft Euch heute schon auf das neue „Jugendschutzprogramm“ freuen, dass für den Sommer 2011 in Aussicht gestellt worden ist. Da noch keiner von uns so recht weiß, wie es technisch aussehen wird und wie es dann mit den bestehenden Inhalten verknüpft werden kann, dürft Ihr in aller Ruhe davon ausgehen, dass es weitere Beschneidungen Eurer Informationslust mit sich bringen wird.

Wie Ihr seht liebe Kids, sind die eifrigen Politiker dabei, Euch sicher vor der Welt im Internet und dem Internet insgesamt zu schützen. Nebenbei bekommt Ihr wirkungsvolle Tools an die Hand, womit Ihr andere super ärgern könnt und das aller Beste daran ist, dass Ihr in gewohnter Weise auf Eure Inhalte zugreifen könnt, wie Ihr es schon immer getan habt – nur eben nicht mehr auf Servern, die in Deutschland stehen oder von Anbietern stammen, welche aus Eurem Heimatland sind.

Wenn Ihr noch weitere Informationen haben wollt, dann solltet Ihr ganz schnell vor dem 01. Januar diese Seiten hier besuchen:

Ganz liebe Grüße

DiePR>Indianer

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5 Kommentare

5 Kommentare to “Liebe Kleinkinder, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene…”

  1. rogeram 5. Dezember 2010 um 12:48 1

    schönes Thema, netter Text, aber viel zu lang.
    Nach dem Leseerlebnis fragt man sich:
    was ist deine Position. Bist du jetzt der Robinleak der Kids?

  2. Ludger Brenneram 6. Dezember 2010 um 18:41 2

    Lieben Dank für Deine Zeilen. Ich werde Deine Ratschläge bei meiner Karriere als Autor und Texter beherzigen. Das Thema an sich würde jedoch auch noch längere Beiträge vertragen (s. unten angefügte Links).
    Was meine Position ist, erschließt sich m. E. sehr leicht und schlüssig. :)

  3. rogeram 8. Dezember 2010 um 09:03 3

    Lilu, dank für deine Antwort. Zeige mir die Kernaussage deines Artikels und ich leiste sofort Abbitte.
    PS.: Karriere ist ein völlig falscher Begriff für dich. Du bist unterwegs. Unbeirrt.

  4. Ludger Brenneram 8. Dezember 2010 um 13:28 4

    Sehr gerne. Die Kernaussage ist der Artikel an sich – im Ganzen… Ich habe auf eine entsprechende Kennzeichnung als “Satire” verzichtet.
    Es gibt übrigens weitere Erkenntnisse, für den Vorgang des potentiellen Abmahnens. Danke Robert hierfür: http://www.robertbasic.de/2010/12/jmstv-2-der-beschwerdeweg-statt-abmahnabzocke/

  5. rogeram 9. Dezember 2010 um 12:03 5

    Lilu, das mit der “Satire” finde ich gut. Ob Zyniker, Satiriker oder Ironiker – es läuft immer auf das Gleiche hinaus: man macht sich lustig über etwas das ganz und gar nicht lustig ist. Willkommen im Club.

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